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Export - Grundlagen für Newcomer

Export - Grundlagen für Newcomer (Stand: 01.01.2013)

Unter Export oder Ausfuhr versteht man die Lieferung von Waren, Dienstleistungen oder Kapital in Drittländer (Länder, die nicht zu der Europäischen Union (EU) gehören). In diesen Fällen ist bei der Ausfuhr i.d.R.(ab 1.000 Euro Warenwert) eine zollrechtliche Abfertigung vorgeschrieben. Lieferungen in ein anderes Mitgliedsland der EU (Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Österreich, Italien, Griechenland, Ungarn, Polen, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern, Rumänien, Bulgarien) gelten dagegen nicht mehr als Ausfuhren. Somit ist auch in den meisten Fällen keine zollrechtliche Abwicklung mehr erforderlich (außer z.B. bei Verbrauchssteuerpflichtigen Waren wie Alkohol, Tabak, Kaffee, Mineralöl). Ausführliche Informationen über die Rahmenbedingungen für den Handel innerhalb der EU finden Sie in unserem Merkblatt "EU - Handel innerhalb der EU".

Voraussetzungen für ein Exportgeschäft

Erforderlich ist eine Gewerbeanmeldung beim Ordnungs- bzw. Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde, in deren Bezirk die Geschäftstätigkeit ausgeübt werden soll. Ab einer gewissen Größenordnung des Unternehmens ist zusätzlich eine Eintragung in das Handelsregister beim Amtsgericht erforderlich. Kapital- oder Personengesellschaften (z.B. GmbH oder OHG) müssen stets in das Handelsregister eingetragen werden. Bürger aus Staaten, die nicht der Europäischen Gemeinschaft, Norwegen, Island, Liechtenstein oder Schweiz angehören, benötigen eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland, die auch die Ausübung einer selbständigen gewerblichen Tätigkeit ausdrücklich zulässt.

Falls regelmäßig Exporte durchgeführt werden sollen (ab ca. drei/Jahr), ist die Beantragung einer EORI-Nummer erforderlich. Mehr zum Thema "EORI-Nummer" (Beantragung etc.) weiter unten in diesem Dokument.

Lieferbedingungen

Bei einem Handelsgeschäft mit Drittländern fallen Kosten und Risiken an (Transport, Versicherung, Zoll, Steuern). Durch die international standardisierten Lieferbedingungen Incoterms® 2010 wird festgelegt, welche Kosten und Risiken jeweils vom Exporteur bzw. vom Importeur zu tragen sind. Letztendlich sind die Lieferbedingungen Verhandlungssache. Informationen zu den Incoterms® 2010 finden Sie in unserem Merkblatt „Incoterms® 2010”. Die vollständigen Incoterms® 2010 sind bei der Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer (ICC) www.icc-deutschland.de oder über den Buchhandel erhältlich. Vereinzelt bieten auch Banken ihren Kunden die Incoterms® 2010 als kostenfreien Service für ihre Kunden an.

Zahlungsbedingungen

Die Zahlungsbedingungen sind ebenfalls Verhandlungssache. Sie reichen von der Vorkasse bis hin zu einer Rechnung mit langfristigem Zahlungsziel. Oftmals wird auch das Risiko zwischen Exporteur und Importeur aufgeteilt und die Zahlungen gesplittet. Beispielsweise könnte vereinbart werden, dass 30% des Rechnungsbetrages als Vorkasse geleistet werden, weitere 50% nach Versand der Ware sowie 20% nach Erhalt und Qualitätsprüfung. Vorteil einer solchen Regelung ist, dass die Bankgebühren - z.B. für Akkreditive - gespart werden. Der Nachteil besteht darin, dass die Gesamtabsicherung des Exportgeschäftes nicht so sicher ist wie bei Akkreditivgeschäften. Daher empfiehlt sich eine prozentuale Risikoaufteilung eher für Geschäfte mit geringeren Transaktionswerten.

Insbesondere bei Geschäften mit unbekannten Kunden, größeren Rechnungsbeträgen und/oder mit schwierigen Ländern sollte das exportierende Unternehmen aber auf größtmögliche Sicherheit bedacht sein und vorab mit seiner Hausbank sprechen. Oft kann ein Dokumentenakkreditiv, das vom Importeur bei seiner Bank zugunsten des Exporteurs eröffnet wird, den Interessen beider Parteien gerecht werden, auch wenn dieses Verfahren relativ aufwendig und teuer ist. Grundlage für Akkreditivgeschäfte sind die ERA 600 (Einheitliche Richtlinien und Gebräuche für Dokumenten-Akkreditive) der Internationalen Handelskammer ICC, die über den Buchhandel erhältlich sind. Aufgrund der Komplexität des Themas, empfiehlt sich aber - gerade für Newcomer - ein Gespräch mit der Hausbank.

Informationen zu diesem Thema liefert auch unser Merkblatt "Möglichkeiten der Exportfinanzierung".

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