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HONGKONG

Staat und Politik im Überblick

Hongkongs geschichtliche Entwicklung:

Nachdem die Portugiesen im benachbarten Macao bereits einen Handelsposten eingerichtet hatten, gelangte 1699 die britische Ostindien-Kompanie (British East India Company) zum ersten Mal nach China. Der Handel in Hongkong, überwiegend mit den britischen Kaufleuten (merchants), wuchs von da an enorm. Waren aus China waren schon damals in Europa sehr gefragt.

Das Ende des Opiumkriegs führte zur Besetzung Hongkongs durch die Briten 1841 führte. Ein Jahr später wurde die Insel Hongkong mit dem Vertrag von Nanking offiziell von China an die Besatzer abgetreten. 1860 folgte die Abtretung Kowloons und am 9. Juni 1898 wurde das Gebiet nördlich Kowloons bis zum Shenzhen-Fluss (die New Territories) sowie weitere 235 Inseln auf 99 Jahre gepachtet.

Die Kolonie blieb trotzdem bis 1949 im Schatten des größeren Shanghai. Am 1. Oktober 1949 riefen die im Bürgerkrieg siegreichen Kommunisten die Volksrepublik China aus. Hunderttausende Chinesen flohen daraufhin nach Hongkong, viele ausländische Firmen verlegten ihre Vertretungen von Shanghai nach Hongkong die Stadt erlebte dank ihrer liberalen Wirtschaftspolitik einen Boom und wurde zu einem Industriezentrum auf kleinstem Raum.

Nach dem Tod Mao Zedongs begann dessen Nachfolger Deng Xiaoping die wirtschaftliche Öffnung Chinas gegenüber dem Ausland. Eine der Schlüsselmaßnahmen war die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen. Für Hongkong spielte dabei das sich nördlich anschließende Shenzhen eine wichtige Rolle. Seit den 1980er Jahren sind deshalb fast alle Produktionsbetriebe aus Hongkong nach China abgewandert. Die Hongkonger Wirtschaft musste sich deshalb neu orientieren und Hongkong wurde zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum.

Im Jahre 1982 begannen Gespräche zwischen Großbritannien und der Volksrepublik China über die Zukunft Hongkongs. Deng Xiaoping entwickelte eine Doktrin, die als "Ein Land, zwei Systeme" bekannt ist. Diese Doktrin öffnete den Weg zur Sino-British Joint Declaration, die am 19. Dezember 1984 zwischen der Volksrepublik China und dem Vereinigten Königreich unterzeichnet wurde. Sie sah vor, dass Hongkong am 1. Juli 1997 zu einer Sonderverwaltungszone Chinas (Special Administrative Region (SAR)) werden würde. Im Juli 1992 trat mit Chris Patten der letzte britische Gouverneur Hongkongs sein Amt an.

Am 1. Juli 1997 übernahm die Volksrepublik China in einem großen zeremoniellen Akt die Kontrolle über Hongkong von den Briten. Seitdem ist Hongkong eine Sonderverwaltungszone. Die Stadt genießt ein hohes Maß an Autonomie vom Festland; ihre Stellung als eigenständiges Zoll- und Steuergebiet sowie die marktwirtschaftliche Finanz- und Wirtschaftsordnung und das unabhängige Währungssystem sind bis 2047 völkerrechtlich festgeschrieben. Jedoch hat die Regierung in Peking wiederholt versucht, diese Autonomie auszuhöhlen.

Hongkongs politisches System:

Die Sonderverwaltungszone Hongkong hat einen so genannten Chief Executive als Regierungschef - dieser wird von den 80 Mitgliedern eines Wahlkomitees gewählt. Formelles Staatsoberhaupt Hongkongs ist der Präsident der Volksrepublik China. Derzeit ist dies Hu Jintao bis zur nächsten Wahl des Staatsoberhauptes im Jahr 2013.

Die Gesetzgebung erfolgt durch den Legislative Council of Hong Kong auf Basis des Hongkonger Grundgesetzes (Hong Kong Basic Law). Diese gesetzgebende Versammlung hat 24 Mitglieder, die direkt gewählt werden; die anderen 30 Mitglieder werden von Wahlkomitees oder direkt durch die Volksrepublik China ernannt. Im September 2004 wurde schließlich das neue Parlament auf 4 Jahre nach teil-demokratischem Verfahren gewählt. Es gibt seither insgesamt 60 Abgeordnete, davon werden 30 direkt durch die Bevölkerung gewählt und 30 kommen aus berufsständischen, zumeist pekingtreuen Vertretungen. Bei der Wahl 2008 gewann die Demokratische Koalition 19 der 30 frei wählbaren und 5 der berufsständischen Sitze. Trotz knapp 2/3 Stimmenanteil in der Bevölkerung stellen die Demokraten somit nur 40% der Abgeordneten. Immerhin ist dies eine Sperrminorität, ohne die keine Verfassungsänderungen verabschiedet werden können.

Hongkongs Wirtschaftssystem:

Hongkong gilt als eine der liberalsten Marktwirtschaften der Welt. So ist jeder Hongkonger selbst für seine Krankheits- und Altersvorsorge zuständig; eine Umverteilung der Einkommen, wie dies in vielen Wohlfahrtsstaaten praktiziert wird, ist in Hongkong unbekannt. Trotzdem gilt die Charakterisierung der Wirtschaft Hongkongs als absolut freie Marktwirtschaft nur auf den ersten Blick: Sowohl während der britischen Herrschaft als auch nach der Übergabe beeinflusst die Regierung die Wirtschaft zum Beispiel durch die Landvergabe oder auch durch das Bekenntnis zum festen Wechselkursregime mit Currency board zwischen dem Hongkong-Dollar und dem US-Dollar. Zudem soll eine zukünftige Steuerreform eine „Goods and Services Tax” (GST), mit der deutschen Umsatzsteuer vergleichbar, das Steueraufkommen Hong Kongs erhöhen. Hongkong ist einer der wichtigsten Finanzplätze Asiens, der Index der Hong Kong Stock Exchange ist der Hang Seng Index. Hongkong ist eines der bedeutendsten Finanzzentren Asiens, es verfügt über eine der fortgeschrittensten Informations- und Telekommunikationsinfrastrukturen der Welt und hat sich auch die Reputation erworben, ein solides, gut überwachtes Bankensystem zu haben.

Die Wirtschaftsentwicklung ist stark vom Export und damit von der Weltkonjunktur abhängig. Um ein stärkeres Wirtschaftswachstum zu erreichen, setzt die Regierung Hongkongs auf eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Volksrepublik China. So wurde Mitte 2003 das Closer Economic Partnership Arrangement unterzeichnet, das Unternehmern aus Hongkong einen bevorzugten Zutritt zu den chinesischen Märkten, die schrittweise für ausländische Firmen geöffnet werden, einräumt

Autobahnen, große, schiffbare Flüsse und 5 Großflughäfen lassen die Millionenstädte im Perlfluss-Deltas mit Hongkong zu einer Mega-Stadt zusammenwachsen, die mehr als 40 Millionen Menschen zählt. Auch der neugebaute Flughafen Chek Lap Kok ist als wichtiger Knotenpunkt des Flugverkehrs zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.

Der Tourismus ist eine wichtige Einnahmequelle mit wachsender Bedeutung. Man bemüht sich besonders um Besucher aus der Volksrepublik, deren Anzahl seit der Implementierung des Individual Visit Scheme (Mitte 2003), das Touristen der Volksrepublik erlaubt, individuell nach Hongkong zu reisen, stark steigt. Viele Touristen kommen zum Einkaufen nach Hongkong, sodass der Einzelhandel besonders davon profitiert.

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