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VIETNAM - HANDEL

Import aus Vietnam

Import
Vietnam gehört zu den Ländern für die bei der Wareneinfuhr eine Zollvergünstigung durch die APS (Allgemeine Präferenz für Entwicklungsländer, engl. GSP) Regelung vorliegt. Waren können demnach zollbegünstigt nach Deutschland bzw. in die EU eingeführt werden. Ziel dieser Vergünstigung ist, Entwicklungsländern Zollpräferenzen gegenüber den Industrieländern einzuräumen, um Ihnen den Zugang zum EU-Gemeinschaftsmarkt zu erleichtern. Die Vergünstigungen sind gegenüber dem Meistbegünstigungszollsatz pauschal um 3,5 Prozentpunkte gesenkt. Webstoffe und Textilwaren sind meist um 20 %, spezifische Zölle können bis zu 30 % herabgesetzt sein. Ein etwa vorgesehener Mindestzoll findet meist keine Anwendung.

Zollbegünstigung
Es kann daher jede Ware vergünstigt von Vietnam nach Deutschland eingeführt werden, ausgenommen sind Waffen und im speziellen Fall für Vietnam: Kopfbedeckungen, Regen- und Sonnenschirme, Gehstöcke, Sitzstöcke, Peitschen, Reitpeitschen und Teile davon, zugerichtete Federn und Waren aus Federn, künstliche Blumen, Waren aus Menschenhaaren (Gradierung der Präferenz durch Abschnitt XII).
Die Waren werden in zwei verschiedene Kategorien eingeordnet: "nicht empfindliche" und "empfindliche". "Nicht empfindliche" Güter werden bei der Einfuhr durch das APS vom Zoll befreit. Für "empfindliche" Güter werden die Zollsätze reduziert.
Nach der Zolltarifnummer richtet sich die Höhe des Präferenzzolls. Dieser kann nachgeschaut werden im EU-Zolltarif TARIC. Sie finden die Datenbank hier...

Voraussetzungen für die Gewährung von Zollpräferenzen

  • Ware und Ursprungsland müssen von der Präferenzregelung erfasst sein 

  • Ein formeller Nachweis des Ursprungs der Ware im begünstigten Entwicklungsland durch Präferenzursprungszeugnis auf Formblatt A

  • Es muss sich um eine Direktbeförderung der Ware vom Entwicklungsland in die Gemeinschaft handeln

Warenursprung
Die APS-Präferenzen unterliegen bestimmten Ursprungseigenschaften und Ursprungsregeln, die bei der Produktion in Vietnam zu berücksichtigen sind. Diese Regelungen finden Sie in der Zollkodex-Durchführungsverordnung, Art. 67ff. und den Anhängen 14 und 15.

Die APS erkennt den Regionalzusammenschluss der ASEAN Staaten vollständig an. Weiterhin ist es auch möglich, bestimmte Waren zu kumulieren in Bezug auf Vormaterial welches aus der EU stammt und in Vietnam weiterverarbeitet wird. Die Rückführung der verarbeiteten Güter aus Vietnam nach Deutschland erfolgt mit einem Ursprungszeugnis auf Formblatt A mit dem Vermerk "EC cumulation" bzw. "Cumul CE". Ähnliches ist möglich mit Vormaterialien aus Norwegen oder der Schweiz.

Ursprungsnachweise
Die Ursprungseigenschaft erfolgt durch ein Präferenzursprungszeugnis auf Formblatt A, welches in Vietnam ausgestellt wird. Bei Warensendungen unter einem Wert von 6.000 € ist auch eine handschriftlich Ursprungserklärung auf der Rechnung von dem Ausführer im Vietnam möglich.
 

Direktbeförderung
Die Waren sind unmittelbar aus Vietnam nach Deutschland bzw. in die EU zu versenden. Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Güter müssen direkt nach Deutschland oder die EU gelangen,
    ohne ein Drittland zu berühren (z.B. Luftfracht) 

  • Wenn Güter über ein Drittland befördert werden dürfen sie nur dort unter zollamtlicher Überwachung im Durchfuhrland ausgeladen oder vorübergehend eingelagert werden. Eine Aufteilung der Waren im Durchfuhrland darf nicht erfolgen , es sei denn es handelt sich um Norwegen oder der Schweiz

  • Wenn Waren in Rohrleitungen ohne Unterbrechung befördert werden, wird dies auch als Direktförderung angesehen

Ein Nachweis über eine Direktförderung erhält man durch ein ausgestelltes durchgehendes Frachtpapier welches man in Vietnam erhält, oder durch ein Certificate of non-manipulation des Durchfuhrstaates.

Weiterführende Informationen bezüglich der Zollpräferenz finden Sie auch auf der Seite des Zolls hier...

Einen Überblick über alle wichtigen Abläufe beim Import im Allgemeinen finden Sie in unserem Dokument "Import-Grundlagen für Newcomer".

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