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Allgemeine Landes- und Wirtschaftsinformationen

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Rumänien

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Ansprechpartner:

Volker Scherer
Tel.: 0621 5904-1910
Fax: 0621 5904-1904

Dokument-Nummer: 2727

 

Landes- und Wirtschaftsinformationen

 

Landesdaten
Wirtschaftsdaten
Länder-Rating Rumänien
Außenhandel
Wirtschaftsbeziehungen Deutschland-Rumänien
Charakteristika des rumänischen Marktes
Staatsaufbau
Gewerkschaften

 

Landesdaten

 

 

Rumänien liegt auf dem 44. Breitengrad Nord und dem 26. Längengrad Ost und grenzt an die Nachbarländer Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und Moldawien. Die Landesgrenzen verlaufen dabei wie folgt:

 

Rumäniens Landesgrenzen
(Angaben in km)

Insgesamt 2 508
Bulgarien 608
Ungarn 443
Moldawien 450
Serbien 476
Ukraine (Nord) 362
Ukraine (Ost) 169

 

 

 

Das Land besteht aus den Landesteilen Walachei, Moldau und Siebenbürgen (Transsilvanien) sowie Teilen des Banat, der Bukovina und der Dobrudscha. Die drei Farben der rumänischen Flagge symbolisieren die Vereinigung von Moldau (rot), Walachei (blau) und Siebenbürgen (gelb). Der Gebirgszug Karpaten verläuft von Süden nach Norden etwa durch die Mitte des Landes und trennt den Landesteil Siebenbürgen im Zentrum und Nordwesten von den anderen beiden Landesteilen Walachei und Moldau. Im Westen befindet sich der Landesteil Banat. Im Osten an der Schwarzmeerküste befindet sich der Landesteil Dobrudscha.

Der tiefste Punkt Rumäniens liegt bei 0 Metern über dem Meeresspiegel im Bereich des Schwarzen Meeres. Der höchste Erhebung ist der Gipfel des Moldoveanu mit 2 544 Metern. 

Rumänien verfügt im Nordosten des Landes über einen Zugang zum Schwarzen Meer. Der gesamte Küstenabschnitt hat eine Länge von ca. 225 Kilometern. Der Hafen in Constanta gilt als wichtiger internationaler Umschlagsplatz. 

Die geographische Lage Rumäniens ist prädestiniert für den Handel zwischen Asien und Europa. So verbindet die Donau das Schwarze Meer mit acht europäischen Staaten. Beispielsweise können Waren und Rohstoffe aus dem Iran, Russland, Kasachstan oder der Türkei direkt über den Seeweg bis nach Rotterdam verschifft werden. Umgekehrt können Konsumgüter aus Europa auf direktem Weg die neuen Märkte Mittelasiens und des Nahen Ostens erreichen. 

Die folgende Grafik zeigt die Aufteilung Rumäniens in 41 Kreise (Judete) und 1 Gemeindeverwaltung* (Municipiu): 

 

 

Die Kreise im Einzelnen:

Alba, Arad, Arges, Bacau, Bihor, Bistrita-Nasaud, Botosani, Braila, Brasov, Bucuresti*, Buzau, Calarasi, Caras-Severin, Cluj, Constanta, Covasna, Dimbovita, Dolj, Galati, Gorj, Giurgiu, Harghita, Hunedoara, Ialomita, Iasi, Maramures, Mehedinti, Mures, Neamt, Olt, Prahova, Salaj, Satu Mare, Sibiu, Suceava, Teleorman, Timis, Tulcea, Vaslui, Vilcea, Vrancea. Diese Verwaltungsgliederung wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild der französischen Départements vorgenommen. 

Eine Neueinteilung des Landes in Regionen wird immer wieder diskutiert.

Die wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens verläuft regional sehr unterschiedlich. Während einige Kreise und Landesteile über eine gut ausgebaute Infrastruktur verfügen und Ziel zahlreicher ausländischer Investitionen wurden, liegen andere Regionen fast völlig brach. Die Farbschattierungen der folgenden Karte geben die unterschiedlichen Grade der wirtschaftlichen Entwicklung gemäß der angegebenen Skala wieder. Danach sind beispielsweise die Kreise Timis, Cluj, Sibiu, Brasov und Bukarest wirtschaftlich sehr gut entwickelt.

 

 

Zur Zeit existieren sieben freie Wirtschaftszonen: Sulina (im Donaudelta), Constanta Sud, Basarabi, Galati (an der Donau), Giurgiu (an der Donau), Braila (an der Donau) und Curtici (neben Arad).

Darüber hinaus existieren ca. 30 Industrie- und Technologieparks, z. B. in Bacau, Brasow, Cluj, Galati, Hemeius, Sibiu "Sura Mica" und Timisoara. 

Die ausländischen Direktinvestitionen in Rumänien erreichten im Jahr 2006 ein Rekordvolumen von 9,1 Mrd. Euro. Gegenüber 2005 bedeutete dies ein Anstieg von 5,2 Mrd. Euro (75%). Somit deckten die ausländischen Direktinvestitionen das Leistungsbilanzdefizit zu 91%. Das Investitionsvolumen übertraf die Prognosen der rumänischen Agentur für Ausländische Investitionen ARIS, die 6,2 Mrd. Euro erwartet hatte. Allerdings kamen dazu noch die 2,2 Mrd. Euro aus dem Verkau der Banca Comerciala Romana BCR an die Erste Bank. Etwa ein Drittel der Direktinvestitionen im vergangenen Jahr machten die Darlehen der Muttergesellschaften an ihre rumänischen Tochtergesellschaften aus.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2007 haben sich die ausländischen Investitionen im Vergleich zum Vorjahr auf 651,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt (Januar bis einschließlich April 2006: 302,9 Millionen Euro). Alleine im April wurden 1.197 neue Gesellschaften mit ausländischem Kapital eingetragen, seit Anfang des Jahres waren es insgesamt 5.137 (ersten vier Monate 2006: 3.806). Das Volumen des gezeichneten Gesellschaftskapitals sowie der Kapitalaufstockungen belief sich im April 2007 auf 112,9 Millionen Euro. Die meisten neuen Firmen kamen aus Italien (221) und Ungarn (118). Die größten Kapitalaufstockungen nahmen E.ON Energie Romania (104,9 Millionen Euro) und Orkla Foods (10,8 Millionen) vor. Die Anzahl der Firmen stieg auch bis Juni weiter: bis dato wurden bereits 7989 neue Gesellschaften mit ausländischer Kapitalbeteiligung registriert.

Die Zahlen des Handelsregister ONCR beziehen sich einzig auf das Volumen des gezeichneten Kapitals bei Gesellschaften mit ausländischer Beteiligung sowie auf Kapitalaufstockungen. Die Nationalbank hingegen berechnet das Volumen der ausländischen Direktinvestitionen, indem sie zu den Zahlen des Handelsregisters auch den Kapitalfluss (Darlehen) zwischen Muttergesellschaft und rumänischer Tochtergesellschaft, Privatisierungen sowie den reinvestierten Gewinn hinzuzählt. Für die ersten vier Monate 2007 gab die Nationalbank 1,6 Milliarden Euro ausländische Direktinvestitionen bekannt.

 

Rumänien in Zahlen

 

Allgemeine Informationen

Fläche

238 390 qkm, davon 7 160 qkm Wasser

Einwohnerzahl

21,7 Millionen

Ethnische Gruppen Rumänen 89,5%, Ungarn 6,6%, Roma 2,5%, Ukrainer 0,3%, Deutsche 0,3%, Russen 0,2%, Türken 0,2%, andere 0,4%
Altersstruktur
  • 0-14 Jahre: 
    15,9 Prozent (Männer 1, 81 Mio.; Frauen 1,73 Mio.)
  • 15-64 Jahre: 
    69,5% (Männer 7,73 Mio.; Frauen 7,8 Mio.)
  • 65 Jahre und älter: 
    14,6% (Männer 1,34 Mio.; Frauen 1,91 Mio.)
Durchschnittsalter
  • Insgesamt: 36,4 Jahre
  • Männer: 35 Jahre
  • Frauen: 37,8 Jahre
Lebenserwartung
  • Insgesamt: 71,4 Jahre
  • Männer: 67,9 Jahre
  • Frauen: 75,1 Jahre
Bevölkerungswachstum
(je Jahr, 2006/2005)
- 1,5 Prozent
Bevölkerungsdichte (Einwohner je qkm)  91

Sprache

Rumänisch; andere Sprachen entsprechen der ethnischen Gliederung; Korrespondenzsprachen: Rumänisch, Deutsch, Englisch, Französisch.

Klima Kontinentales Klima
Religion, Kirchen
  • Orthodox: 87%
  • Protestanten: 6,8 % 
  • Katholiken: 5,6
  • Andere: 0,4
Unabhängigkeit 1862 Zusammenschluss der Donaufürstentümer Walachei und Moldau als Rumänien, 1878 Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens auf dem Berliner Kongress, 1918 wurden im Norden Transsilvanien (Siebenbürgen), im Westen das Banat und im Osten die Dobrudscha angegliedert

Hauptstadt

Bukarest (2,3 Mio. Einwohner)

Großstädte

Constanta 350 000 Einwohner
Iasi: 345 000 Einwohner
Timisoara 340 000 Einwohner 
Cluj 330 000 Einwohner
Brasov 320 000 Einwohner
Craiova 310 000 Einwohner
Ploiesti 250 000 Einwohner
Oradea 225 000 Einwohner
Galati 220 000 Einwohner
Arad 180 000 Einwohner
Sibiu 175 000 Einwohner

Wirtschaftszentren

Bukarest, Timisoara, Cluj-Napoca, Sibiu, Brasov, Oradea, Constanta

Rohstoffe Erdöl (sinkende Reserven), Bauholz, Erdgas, Kohle, Eisenerz, Salz, urbares Land, Gold, Silber, Zinn, Kupfer, Eisen

Staatsform

Republik

Verwaltungsstruktur

Zentralistisch nach französischem Vorbild., Verwaltung der 41 Departements (Judet) durch Präfekten, die von der Regierung eingesetzt werden

Administrative Teilung:

  • Hauptstadt Bukarest mit Bezirksstatus
  • 262 Städte (80 Großstädte)
  • 2.687 Gemeinden

Staatsaufbau:

  • Zwei-Kammern-Parlament:
  • Abgeordnetenhaus mit 341 Sitzen und Senat mit 143 Sitzen. Wahl alle vier Jahre.
  • Präsident auf vier Jahre gewählt durch allgemeine Wahl
Staatshaushalt 2003: Defizit in Höhe von 21,3% des BIP
2004: Defizit in Höhe von 18,5% des BIP
2005: Defizit in Höhe von 15,2% des BIP 
2006: Defizit in Höhe von 13,7% des BIP 
2007: Defizit in Höhe von 13,9% des BIP (Schätzung)

Währung

1 Leu = 100 Bani
Singular Leu; Plural Lei (internationale Schreibweise ROL, seit dem 1.7.2005 durch die Währungsumstellung mit der Streichung der letzten vier Stellen RON

Wechselkurs
(27.5.2009)
aktuell hier

100 rumänische Lei (RON) = 23,99 Euro (EUR)
1 Euro (EUR) = 4,19 rumänische Lei (RON).

 

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Wirtschaftsdaten

(a) Das Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das BIP befindet sich seit dem Jahr 2000 auf einem stetigen Wachstumskurs und pendelt sich bei durchschnittlich etwa 6 Prozent jährlichem Wachstum ein. Das Wachstum wird getragen durch eine Steigerung des privaten Konsums  (bedingt durch Reallohnsteigerungen) und eine deutliche Zunahme der Bruttoanlageinvestitionen. Sinkende Arbeitslosenzahlen verstärken den positiven Effekt.

Das Haushaltsdefizit ist für ein Reformland erstaunlich gering und liegt sogar unter dem üblichen Niveau vergleichbarer Länder in der Region. Dennoch besteht für Rumänien ein unverändert hoher Bedarf an Reformen, der auch nach dem Beitritt zur EU sehr stark angemahnt wird. Reformbedürftig sind nach Auffassung der EU insbesondere die Bereiche "Öffentlichen Verwaltung", "Rechtssicherheit" und "Korruption". 

 

 

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

 

2004
2005
2006
2007
2008
2009
Prognose

BIP
(nominal in Mrd. Euro )

60,8 79,2 97 122 137 125

BIP-Veränderungen
(real in %)

8,1 4,1 7,7 6,2 7,1 -4,0
BIP je Einwohner
(nominal in Euro)
2.649  3.459 4.503 5.651 6.100  
Ausländische Direktinvestitionen
(Jahressummen Mrd. Euro)
2,4 5,2 9,1 7,2 9,0  

 

Quellen: Nationales Statistisches Amt, Rumänien
http://www.insse.ro
Nationalbank

 

Aussagekräftig ist der Indikator "Bruttoinlandsprodukt / Einwohner", der direkte Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft zulässt.

Nach Angaben des europäischen Statistikamts Eurostat lag Rumäniens BIP / Einwohner im Jahr 2005 bei rund 35 Prozent des Durchschnitts in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Das höchste Pro-Kopf-BIP hat Luxemburg mit etwa dem Zweieinhalbfachen des EU-Durchschnitts, gefolgt von Irland. Von den neuen EU-Mitgliedstaaten der ersten Beitrittsrunde verzeichnete Slowenien das beste Ergebnis, mit einem Pro-Kopf-BIP von rund 80 Prozent des EU-Durchschnitts. Die nächsten Ränge belegten die Tschechische Republik mit 73 Prozent und Malta mit 69 Prozent. 

Mit seinen 35 Prozent des EU-Durchschnitts platzierte sich Rumänien vor Bulgarien (32 Prozent), der Türkei (31 Prozent) und Mazedonien (26 Prozent). Rumänien hat im Jahr 2005 mit 4.568 US-Dollar eines der niedrigsten BIPs je Einwohner in der Region verzeichnet, obwohl das Wirtschaftswachstum im Zeitraum 2002 bis 2005 mit einem Jahresdurchschnitt von 6,1 BIP-Prozent zu den höchsten gehörte. Nach Angaben der Weltbank schnitt nur Bulgarien (3599 US-Dollar) schlechter ab. Platz eins beim Pro-Kopf-Einkommen 2005 belegte Slowenien (17.929 US-Dollar), vor Tschechien (12.254 US-Dollar) und Ungarn (10.831 US-Dollar). 

Rumäniens Wirtschaft wird laut Weltbank-Prognose in den nächsten Jahren weiterhin kontinuierlich wachsen. Dabei gehen die Experten von einem geschätzten Wachstum zwischen 6 und 6,5 % aus.

Die folgende Grafik zeigt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) / Einwohner. Interessant ist der Vergleich von Rumänien mit den Standortkonkurrenten Bulgarien (Rumänien und Bulgarien sind zum 1. Januar 2007 der EU beigetreten) und Polen (Beitritt zur EU im Mai 2004). Zur besseren Einordnung erfolgt der Vergleich mit Deutschland:

 

(b) Die Inflationsrate

Rumänien arbeitet stetig und erfolgreich an einem Absenken der Inflationsrate. Zum ersten Mal seit der Wende im Jahr 1989 ist in 2005 die Inflation auf unter 10 Prozent gesunken. Nicht zuletzt durch massiven Druck der Weltbank und anderen Geberinstitutionen wird die Inflation weiter bekämpft. Soweit dies absehbar ist, erscheint realistisch, dass sich die jährliche Inflation langfristig bei ca. 4% einpendeln wird.

 

Inflationsrate
(2003 - 2009)

Jahr 2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
Prognose

Jahresdurchschnitt
(in Prozent)

14,1 11,9 9,0 6,6 4,8 7,8 6,0

 

(c) Die Arbeitslosenquote:

Die positive wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Nach Angaben des nationalen rumänischen Instituts für Statistik (NIS, www.insse.ro) sinken die Arbeitslosenzahlen kontinuierlich. Parallel zu der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in den Kreisen schwanken auch die Arbeitslosenzahlen regional sehr stark. Die Skala reicht von 2,1 Prozent in dem Kreis Timis über 2,4 Prozent in Bukarest  bis zu 11,2 Prozent im Kreis Vaslui (Zahlen von 2006). Nach Einschätzung internationaler Experten nimmt die Schattenwirtschaft in Rumänien immer noch eine beträchtliche Stellung ein. Seit Einführung der Flat-Tax ist der Anteil zwar kontinuierlich gesunken, bleibt aber dennoch hoch. Nachdem sie in den Jahren zwischen 1990 und 1998 jährlich zwischen 35 und 40 Prozent des BIP ausmachte, ist in den letzten Perioden ein stetiges Absinken der Quote erfolgt. Nach Mitteilung der ehemaligen Regierung betrug der Anteil der Schattenwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt im Juli 2004 etwa 25%. Im europäischen Durchschnitt beträgt liegt die Größe etwa zwischen 8%-15%.

Wie in allen neuen EU-Mitgliedsländern hat auch in Rumänien die Landwirtschaft noch immer eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Weiterhin ist festzustellen, dass mehr Menschen im Dienstleistungssektor beschäftigt sind als in der Industrie.

Die Arbeitslosenquote lag im ersten Quartal des Jahres 2007 bei 7 Prozent. Im Vorquartal lag die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozent höher, im entsprechenden Vorjahreszeitraum sogar um 0,8 Prozent. Ende Dezember 2007 wurde eine Arbeitslosenquote von 4,1% erreicht, die damit um 1,1% niedriger war als im Vorjahr. Die höchste Arbeitslosigkeit wurde in der Altersklasse der 15 bis 24-Jährigen registriert. 7,8 Prozent der Männer und 6,2 Prozent der Frauen sind arbeitslos. In Städten wurde eine Quote von 8,1 Prozent und auf dem Land eine Quote von 5,8 Prozent registriert. 3,7 Prozent beträgt die Quote der Langzeitarbeitslosen.

Rumänien verfügt über einen vergleichsweise hohen Ausbildungsstand, der - unter theoretischen Aspekten - den Ansprüchen der westlichen Wirtschaft genügt. Defizite bestehen in der praktischen Ausbildung. In Wirtschaftszentren wie Bukarest, Timisoara, Sibiu oder anderen aufstrebenden Regionen sind die Durchschnittslöhne deutlich höher als im übrigen Rumänien. In diesen Regionen existiert kaum Arbeitslosigkeit, hier besteht aufgrund der zahlreichen westlichen Investitionen eine große Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften, insbesondere im kaufmännischen Bereich.

 

     Arbeitslosenquote in %
2003 - 2009

Jahr 2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
Prognose
Quote 9,2 8 7,2 7,3

6,4

5,3 8,0

 

Quelle: Nationales Statistisches Amt, Rumänien
http://www.insse.ro

 

 

 

 

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Länderrating Rumänien

 

Klassifizierung der wirtschaftlichen und 
politischen Leistungsbewertung

Punktzahl Gesamtwirtschaftliche
Situation
Kreditrisiko
0 -35 schlecht hohes Risiko
36 -50 unterdurchschnittlich gehobenes Risiko
51 - 65 überdurchschnittlich moderates Risiko
66 - 100 gut geringes Risiko

Quelle: Mittel- und Osteuropa Perspektiven; Jahrbuch 2005/2006

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Außenhandel

 

(a) Rumänische Exporte (2004 - 2008)

Mio. Euro

2004 2005 2006 2007 2008

Insgesamt

18.935

22.255 25.850 29.380 33.614

EU

14.150
Steigerung:
15 %

15.904
Steigerung:
9 %
18.352
Steigerung:
15 %
18.258
Abnahme
-0,6 %
19.824
Steigerung:
8,6%
Deutschland

3,103
Steigerung:
16 %

3.483
Steigerung:
10 %
4.336
Steigerung:
25 %
4.742
Steigerung:
8,5%
4.787
Steigerung:
0,9%

 

(b) Rumänische Importe (2004 - 2008)

Mio. Euro

2004 2005 2006 2007 2008

Insgesamt

26.281 32.568 40.746 50.883 56.134

EU

18.039
Steigerung:
22 %

21.849
Steigerung:
21 %
27.274
Steigerung:
25 %
31.935
Steigerung:
15,3 %
36.245
Steigerung:
13,5%
Deutschland 4.397
Steigerung:
25 %
5.317
Steigerung:
21 %
7.219:
Steigerung:
36 %
7.774
Steigerung:
7,5 %
8.752
Steigerung:
12%

 

Quelle: Nationales Statistisches Amt, Rumänien
http://www.insse.ro

 

(c) Die wichtigsten Handelspartner Rumäniens (2008)

 

 

 

Quelle: gtai,  Wirtschaftsdaten aktuell

 

(d) Die Struktur des Außenhandels 

Exportstruktur nach Warengruppen
(Anteile am Gesamtexport in %)

Mit einem Anteil von 28,8% liegen die Erzeugnisse der Bekleidungsindustrie an erster Stelle (4,2 Mrd. Euro, davon Schuhe 1,2 Mrd. Euro). 17,6% waren Maschinen (3,3 Mrd. Euro), 15,4% Metallerzeugnisse (2,9 Mrd. Euro). Knapp drei Viertel der Exporte (72,9%) gingen in die EU (+20,1%).

Warengruppe

Anteil in %

Textilien, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren

28,8

Maschinen- und Ausrüstungen

17,6

Metallurgische Produkte

15,4

Mineralische Erzeugnisse

7,2

Transportmittel   6,3

Sonstige Waren

24,7


Importstruktur nach Warengruppen
(Anteile am Gesamtimport in %)

Hauptanteile lagen mit 23,8% bei Maschinen (6,2 Mrd. Euro), 13,4% Rohstoffe (3,5 Mrd. Euro), 12,6% Kleidung (3,3 Mrd. Euro), 9,3% Fahrzeuge (2,4 Mrd. Euro), 8,4% Metall- und Chemieerzeugnisse (2,1 Mrd. Euro).

 

Warengruppe

Anteil in %

Maschinen und Ausrüstungen

23,8

Mineralische Rohstoffe

13,4
Textilien, Textilprodukte, Ledererzeugnisse 12,6
Transportmittel 9,3
Metallurgische Erzeugnisse 8,4

Chemische Erzeugnisse

7,9

Sonstige Waren

24,6

 

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Charakteristika des rumänischen  Marktes

 

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen:

Seit dem 1. Januar 2007 ist Rumänien Mitglied der Europäischen Union (EU).

Rumänien ist darüber hinaus Mitglied der Vereinten Nationen UNO sowie allen dazugehörenden Unterorganisationen wie FAO, UNESCO, IAEA, UNIDO, UNCTAD, WHO, usw.. Seit dem Jahr 1994 ist Rumänien auch Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Mit dem Beitritt Rumäniens zur EU hat das Land auch alle Freihandelsabkommen der EU übernommen bzw. jene eliminiert, die nicht von der EU geschlossen wurden. Seit 1997 ist Rumänien Mitglied des Madrider Abkommens vom 27. Juni 1989 hinsichtlich der Registrierung internationaler Marken. 

Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Rumänien bereits am 29. März 2004 Mitglied der NATO.

 

Stärken und Schwächen des rumänischen Marktes:

 

Stärken des rumänischen Marktes

Wachstum Mehrere Jahre ein konstantes Wachstum des BIP mit durchschnittlich etwa 6 Prozent. Die Wirtschaftskrise trifft insbesondere auch  Rumänien, so dass mit einer deutlichen Schrumpfung des BIP im Jahr 2008 zu rechnen ist.
Rating Standard & Poor’s hat die Heraufstufung Rumäniens von „stable“ auf „positive“ angekündigt. Die Bewertungen für die langfristige Devisenverschuldung Rumäniens wurde bei BB+ beibehalten, ebenso die Bewertung BBB- für die langfristige Binnenverschuldung und die Bewertungen B und A-3 bei kurzfristigen Verschuldungen
Aufschwung Die meisten wirtschaftlichen Indikatoren zeigen positive Entwicklungen auf: ein konstantes Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig sinkender Inflations- und Arbeitslosenrate. Der inländische Konsum steigt weiter an. Auch die ausländischen Investitionen haben im Kalenderjahr 2006 deutliche Sprünge vollzogen. Auch 2008 werden wieder zahlreiche Investitionen getätigt werden; ihr Wachstum schwächt zwar ab, dürfte real aber noch circa +14% erreichen nach +18% im Jahr 2007. (Quelle: bfai)
Schuldendienst Vollständige und rechtzeitige Auszahlung der ausländischen Verpflichtungen. Weitere Verbesserung der Struktur der Auslandsverschuldung.
Devisenreserven Die Devisenreserven beliefen sich Ende Juli 2007 auf rund 22,43 18,28 Mrd. Euro, was 4,15 Mrd. Euro mehr als ein Jahr zuvor sind. Die internationalen Reserven Rumäniens (Devisenreserven plus Goldreserven: 104,7 t im Wert von 1,64 Mrd. Euro) lagen Ende Juli 2007 bei rund 24,07 Mrd. Euro.
Hilfsprogramme Finanzielle Unterstützung durch die internationalen Finanzinstitutionen wie zum Beispiel IWF und Weltbank.
Produktionsbedingungen Insgesamt günstige Produktionsbedingungen, auch wenn der Weg bis zum Start der Produktion durch zahlreiche Genehmigungen und Verwaltungshürden steinig sein kann.
Löhne Niedriges Lohnniveau, insbesondere abseits der wirtschaftlichen Zentren Bukarest, Timisoara, Cluj und Sibiu. Weitere Informationen zum Thema "Löhne und Gehälter in Rumänien" finden Sie hier.
Fachkräfte Gut ausgebildete Fachleute und Arbeitskräfte. In einigen Regionen existiert allerdings ein massiver Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Ausländische Bildungseinrichtungen sowie Großinvestoren investieren hier in eigene Angebote. Universitätsabsolventen sind i.d.R. sehr gut ausgebildet, allerdings wird auf studienbegleitende Praktika zu wenig Wert gelegt.
Investitionsbedarf Hoher Bedarf an Investitionsgütern. Daraus ergeben sich besondere Chancen für Güter "Made in Germany", die sehr gefragt sind.
Binnenmarkt Mit 21,7 Millionen Verbrauchern ist Rumänien der zweitgrößte Markt in Mittel- und Osteuropa (nach Polen)
Geographische Lage Rumänien verfügt über ein bedeutendes Potential als Handelspartner, u.a. bedingt durch die günstige geographische Lage. Das Land liegt in der Mitte dreier bedeutender Regionen – Mitteleuropa, Südeuropa und die weiter östlich liegenden Staaten (z. B. die Ukraine). Als ein Teil der Grenze bietet das Schwarze Meer einen Zugang zum Kaukasus auf dem Seeweg.

 

 

Probleme des rumänischen Marktes

Außenhandelsdefizit Nach Jahren mit relativ geringem Außenhandelsdefizit verzeichnet Rumänien seit 2004 jährliche Rekorddefizite. Die Entwicklung des rumänischen Außenhandels hat eine negative Auswirkung auf die Leistungsbilanz. Zu beobachten ist insgesamt eine starke Zunahme der Ex- und Importe
Strukturreformen Bedingt durch notwendige Strukturreformen, herrscht eine rege Gesetzgebungstätigkeit. Nicht alle Verordnungen sind dabei wirtschaftlich oder logisch nachvollziehbar. Besonders schlecht geratene Gesetze werden wieder abgeschafft oder durch Ergänzungen korrigiert. Manche Beschlüsse werden erst nach mehreren Jahren wirksam, andere unmittelbar mit Veröffentlichung. Zudem hat sich in der Vergangenheit eine zögerliche Umsetzung von Strukturreformen im Industrie- und Bankensektor negativ ausgewirkt. 
Rechtsunsicherheit In einigen Bereichen bestehen nach wie vor rechtliche Unsicherheiten, die vor allem durch die rege Gesetzgebungstätigkeit verursacht sind. Gleichzeitig muss aber eine Anpassung an die Gesetzgebung der EU erfolgen. Hier ergeben sich vermehrt Konflikte. Immer wieder wird beklagt, dass bestehende Gesetze falsch ausgelegt oder gar nicht beachtet werden. Insgesamt ist die Tendenz aber eindeutig positiv.
Verwaltung Die Öffentliche Verwaltung ist in einigen Bereichen nach wie vor  problematisch. In zahlreichen Bereichen (z. B. im Finanzwesen, Steuerbereich) gelingt es der Verwaltung nicht, mit dem Tempo der Gesetzgebung Schritt zu halten. Dadurch werden nicht immer die neuesten Gesetze angewendet.
Stempelwirtschaft Ohne zahllose Stempel und Papiere geht in der rumänischen Verwaltung wenig.
Inflation Die Inflation ist stark rückläufig, aber immer noch vergleichsweise hoch.
Schuldendienst Moderate Auslandsverschuldung, aber weiterhin hoher Schuldendienst.
Mehrwertsteuererstattung Ständige Verzögerungen bei der Mehrwertsteuererstattung. Inzwischen existiert eine gesetzliche Regelung, die angibt, in welchem Zeitraum die Mehrwertsteuer rückerstattet werden muss. Oftmals hat dies eine Steuerprüfung zur Folge.
Kaufkraft Mangelnde Kaufkraft der Bevölkerung, insbesondere im Osten und Norden von Rumänien sowie eine stellenweise mangelhafte Infrastruktur. Eine tragende Mittelschicht ist im Entstehen. Der inländische Konsum steigt, ist aber im Vergleich zu den EU-Ländern (auch mit den "neuen" EU-Mitgliedern) geringer.
Korruption Korruption ist trotz aller Anti-Korruptionskampagnen ein Thema. Auch die EU bemängelt dies immer wieder.
Regionale Disparitäten Teilweise extreme Unterschiede in der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung. Westlich der Karpaten ist gute wirtschaftliche Entwicklung feststellbar. Dagegen scheint in manchen östlichen Gebieten die Entwicklung nur sehr zögerlich voranzugehen.

 

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Staatsaufbau

Staatsoberhaupt: Staatspräsident Traian BASECU (Nationale Liberale Partei, PNL), seit dem 20. Dezember 2004. Wiedergewählt im Dezember 2009.

Das rumänische Parlament hat die neue Regierung des Landes bestätigt. Das Kabinett um den alten und neun Premierminister Emil Boc wurde mit 276 Stimmen angenommen. 135 Parlamentarier stimmten dagegen. Anwesend waren 470 Parlamentarier. Das Kabinett besteht aus Mitgliedern der Liberaldemokratischen Partei (PDL), des Verbandes der ungarischen Minderheit (UDMR) sowie aus Parteilosen.

Parlamentszusammensetzung:

Das Zweikammerparlament besteht aus der Abgeordnetenkammer (332 Abgeordnete) sowie dem Senat (137 Senatoren).

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Gewerkschaften

Die Gewerkschaften spielen in Rumänien nur eine untergeordnete Rolle. Der Großteil der Arbeitskonflikte findet im staatlichen Sektor statt. Der Privatsektor ist wenig betroffen, hier ist auch die Stellung der Gewerkschaften eher schwach. Solange der Arbeitgeber die Löhne rechtzeitig bezahlt und keine massiven  Entlassungen vornimmt, kann er in Rumänien davon ausgehen, dass sein Unternehmen streikfrei bleibt. 

Die wichtigsten Gewerkschaften mit jeweils ca. einer Million Mitglieder sind:

  • BNS (Blocul National Sindical)
  • CNSLR/Fratia (Confederatia Nationala a Sindicatelor Libere din România)
  • CS Cartel Alfa (Confederatia Sindicatelor)
  • CSDR (Confederatia Sindicatelor Democrate din România)

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