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Standortpolitik (Dokument-Nr.: 343)
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Presse (Dokument-Nr.: 347)
IHK24
23.10.09 | Unternehmensbefragung der IHKs in der MRN: Kommunen als Wirtschaftsstandorte auf dem Prüfstand (PM 58)
Nr. 58 | Ludwigshafen, 23. Oktober 2009
Unternehmensbefragung der IHKs in der MRN
Kommunen als Wirtschaftsstandorte auf dem
Prüfstand
Um die Zufriedenheit der Unternehmen mit den Standortbedingungen in ihrer Kommune zu ermitteln, haben die vier Industrie- und Handelskammern (IHKs Darmstadt, Pfalz, Rheinhessen, Rhein-Neckar) in der Metropolregion eine breit angelegte Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse wurden gestern im IHK-Wirtschaftsforum Metropolregion Rhein-Neckar (IHK MRN) diskutiert. Anhand von rund 30 Kriterien waren fast 25.000 Unternehmen in 29 Kommunen in den vier IHK-Bezirken nach der Attraktivität ihres Standorts befragt worden; die Rücklaufquote betrug 11%. Mit dieser Umfrage wurde erstmals ein umfassendes Bild der Standortqualität aller größeren Kommunen in der Region ermittelt. Die Zielsetzung war, im Dialog zwischen IHKs, Kommunalverwaltung und lokalen Unternehmen konkrete Ansatzpunkte für die Verbesserung der Standortbedingungen zu finden. Denn der Erfolg von Unternehmen wird von vielen Standortfaktoren beeinflusst, die die Kommunen gezielt gestalten können.
Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass die verschiedenen Standorte in der Wahrnehmung der lokalen Firmen teilweise sehr unterschiedliche Vorzüge aufweisen. So schneiden beispielsweise Weiterstadt, Griesheim und Sinsheim bei der Wirtschaftsfreundlichkeit der kommunalen Behörden sehr gut ab. Die Höhe der kommunalen Abgaben wird in Lampertheim und Viernheim am günstigsten bewertet. Eine gute Verfügbarkeit geeigneter Gewerbeflächen bescheinigen die Firmen vor allem Pirmasens, Bürstadt und Landau. Beim Image der Kommune schneiden Heidelberg und Speyer am besten ab.
Zu jedem Bewertungskriterium wurde nicht nur die Ausprägung vor
Ort, sondern auch die Bedeutung erfragt. Dabei zeigte sich, dass
gerade die so genannten „weichen” Standortfaktoren nicht
unterschätzt werden dürfen. So finden sich neben „klassischen”
Standortfaktoren unter den wichtigsten Kriterien auch solche oft
wenig beachteten Punkte wie die Telekommunikations-Infrastruktur
oder die Umwelt- und Lebensqualität.
"Das sind Erkenntnisse, die wir unmittelbar für die tägliche Arbeit
der IHKs nutzen können", sagte der Vorsitzende des
IHK-Wirtschaftsforums Metropolregion Rhein-Neckar und Präsident der
IHK Rhein-Neckar, Dr. Gerhard Vogel. "Wir alle müssen uns klar
machen, dass die 'klassischen' Standortfaktoren wie die
Verkehrsanbindung oder die Kostenbelastung zwar weiter wichtig
sind, dass aber neue Faktoren an Bedeutung gewinnen. Insbesondere
die ständige Verbesserung der Telekommunikations-Infrastruktur ist
ein Thema, das wir weiter verfolgen werden."
Um die vielfältigen Erkenntnisse zu nutzen und konkrete Verbesserungen für die Unternehmen vor Ort zu erreichen, führen die IHKs mit den betreffenden kommunalen Verantwortungsträgern und den ortsansässigen Unternehmen einen offenen und partnerschaftlichen Dialog. Mittlerweile haben die IHK-Vertreter in fast 40 Veranstaltungen die Ergebnisse der Umfrage in den Kommunen vorgestellt, meist vor den Oberbürgermeistern und Wirtschaftsförderern, oft auch vor dem Gemeinderat und interessierten Wirtschaftsvertretern. Als nächster Schritt ist geplant, in einem Workshop mit den kommunalen Wirtschaftsförderern besonders erfolgreiche Praxisbeispiele zu diskutieren und zu prüfen, wie diese auf andere Kommunen übertragen werden können.

